Ausbildung: Das Handwerk lernen

Du möchtest eine Karriere beim Bundesheer beginnen? Egal, wo dich deine Karriere hinführt, allen Wegen gemeinsam sind diese Anforderungen: Du solltest belastbar und körperlich leistungsfähig sein und über soziale Kompetenz verfügen.

Wenn du über diese Eigenschaften verfügst, schau dir an, welche Ausbildungsmöglichkeiten wir dir bieten. Vorweg sei gesagt: Es ist keine einfache Ausbildung, und du wirst stets gefordert sein: Eine (vorerst) ungewohnte Umgebung, jede Menge neuer Regeln und anstrengende Übungen. Die Eignungsprüfung war die erste Hürde, in der Ausbildung folgen die nächsten.

Während angehende KPE-Soldatinnen und -Soldaten die Basisausbildung direkt beim Verband machen und die Ausbildungsdauer je nach persönlichem Fortschritt und Leistung individuell unterschiedlich ist (mindestens sechs und maximal zwölf Monate), gibt es für angehende Unteroffiziere und Offiziere genormte Ausbildungsabläufe. Im Gegensatz zur Karriere als Unteroffizier brauchen angehende Offiziere die Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung.

Teil eins: Die ersten fünf Monate als Unteroffizier oder Offizier

Soldat bei einer Schießübung Schießübungen: Im ersten Abschnitt der Ausbildung lernt man, Waffen zu bedienen.

Einrücken kannst du im März und September. Den ersten Teil deiner Ausbildung absolvierst du in einer Lehrkompanie in Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten oder Tirol. Prinzipiell versuchen wir, dich nach Möglichkeit einer Lehrkompanie, die deinem Wohnort am nächsten ist, zuzuteilen. Willst du bewusst weiter weg, so kannst du uns das natürlich gerne sagen.

Hier wirst du zur Truppkommandantin oder zum Truppkommandanten ausgebildet. Sie haben das Kommando bis zu zwei Soldaten über. Du lernst, wie du deine persönliche Ausrüstung handhabst und deine Waffe richtig bedienst. Wir bringen dir bei, wie du funkst und dich im Gelände zurechtfindest, du lernst Nahkampf und gesetzliche Grundlagen – kurz: du bekommst ein „Überlebenspaket für den Soldatenberuf“. In diesem Teil der Ausbildung wirst du auch erstmals andere führen und ausbilden.

Teil zwei: Deine Spezialisierung als Unteroffizier oder Offizier

Du hast die ersten fünf Monate der Ausbildung hinter dir und bist mit dem grundlegenden Handwerkszeug der Soldatinnen und Soldaten vertraut. Für die nächsten sieben Monate heißt es, mobil zu werden. Je nachdem, was du beim Bundesheer werden willst, durchläufst du eine spezielle Ausbildung in einer der zahlreichen Schulen des Bundesheeres in ganz Österreich. Hier erhältst du eine spezifische Fachausbildung für deinen zukünftigen Job und lernst, Soldatinnen und Soldaten im Einsatz zu führen.

Soldaten im Gebirge Gebirgs- und Gebirgskampfkampfausbildung an der Militärakademie: Für diese Laufbahn müssen angehende Offiziere hart im Nehmen sein, klirrende Kälte ist in den Bergen keine Seltenheit.

Blick aus dem Helikopter Die Ausbildungen rund ums Fliegen finden zum Beispiel an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule in Langenlebarn statt.

Ein paar Beispiele dafür, wen es in diesem zweiten Teil der Ausbildung wohin ziehen wird: Angehende Jäger gehen an die Heerestruppenschule nach Bruckneudorf und zur Alpinausbildung nach Saalfelden. Die Ausbildung im Bereich der Fliegerei und Fliegerabwehr findet in Langenlebarn an der Flieger- und Fliegerabwehrtruppenschule statt.

Auch hier heißt es wieder: Flexibel sein! Entscheide dich für den Job, für den dein Herz schlägt - nicht für jenen, zu dem du dich in deinem Nachbarort ausbilden lassen kannst. Die neue Umgebung wird nur für kurze Zeit ungewohnt sein, und viele deiner Kameradinnen und Kameraden kommen auch von weit her. Mit deiner Entscheidung, Soldatin oder Soldat zu werden, entscheidest du dich auch dafür, viel unterwegs zu sein - das gehört dazu.

Alle Frauen und Männer, die Berufsoffiziere werden wollen, absolvieren in diesem Teil eine gesonderte Ausbildung zum Jäger. Sie bereiten sich auf das Auswahl- und Aufnahmeverfahren an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt vor.

Teil drei: Deine Laufbahn als Unteroffizier oder Offizier

Du hast nun bereits ein Jahr der Ausbildung hinter dir. Die weitere Ausbildung verläuft je nach eingeschlagener Laufbahn ganz unterschiedlich.

Wer Berufsunteroffizier werden will, verbringt noch ein halbes Jahr an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns. Hier lernst du unter anderem Rechtslehre, Englisch und Führungsverhalten. Danach geht es zur Truppe.

Alle, die Berufsoffizier werden wollen, beginnen nach bestandener Aufnahmeprüfung ihr dreijähriges Studium „Militärische Führung“ an der Theresianischen Militärakademie.

Instruktor der Garde und Milizsoldaten Ein Instruktor der Garde demonstriert die richtige Körperhaltung: Milizsoldatinnen und -soldaten erneuern und erweitern ihre Fähigkeiten durch regelmäßige Weiterbildung.

Angehende Milizoffiziere und Milizunteroffiziere wechseln nun wieder in einen zivilen Beruf und setzen ihre militärische Laufbahn im Rahmen von Fernausbildungen und Ausbildereinsatz fort.