Brücken bauen

Wenn’s mal nicht vorangeht, schaffen sie Abhilfe: Den Pionieren kommt im Österreichischen Bundesheer eine tragende Rolle zu – sie erhöhen die Bewegungsmöglichkeiten der Truppe und räumen Hindernisse aus dem Weg.

Pioniere Sujet Die "Villacher Pioniere" sind Experten im Brückenbauen.

Die Aufgabe der Pioniere ist es, dafür zu sorgen, dass sich die eigenen Truppen möglichst schnell und frei fortbewegen können. Gleichzeitig sind sie bemüht, die Fortbewegung des Gegners so weit wie möglich einzuschränken. Wie man sich das vorstellen kann? Etwa so: Die Truppen sind unterwegs, da versperrt ihnen ein Fluss den Weg - die Pioniere bauen eine Brücke. Ein langer Weg wurde zurückgelegt, die gegnerischen Truppen sollen nicht folgen können - die Pioniere sprengen die hinter ihnen liegende Straße. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen, daher werden derlei Aufgaben regelmäßig geübt.

Wer Pionier werden möchte, muss gerne handwerklich arbeiten, sind die Pionierbataillone doch quasi die „Bauprofis" des Österreichischen Bundesheeres. Neben dem Brückenbauen und Sprengen zählen noch viele weitere Aufgaben, die Kraft und Geschick erfordern, zum täglich Brot der Pioniere: Sie errichten Sperren, bauen Schutzdeckungen und Stellungen, verlegen und räumen Minen oder öffnen feindliche Sperren. Alle Pionierbataillone sind außerdem in der Lage, Arbeiten über, auf und unter Wasser zu verrichten.

Übung macht den (unentbehrlichen) Meister

Was für den Ernstfall geübt wird, findet auch im zivilen Leben regelmäßig Anwendung: Die Pioniere sind zur Stelle, um der Bevölkerung bei Naturkatastrophen Hilfe zu leisten. Wenn zivile Hilfsmaßnahmen nicht mehr ausreichen, greift das Bundesheer mit seinen Spezialistinnen und Spezialisten ein. So bauen Pioniere im Hochwassereinsatz Behelfsbrücken und Schutzdämme, retten Tiere, Menschen und deren Habseligkeiten und helfen bei Lawinenunglücken, Sturmkatastrophen, Felsstürzen und Hangrutschen.

Pioniere Brückenbau Im Katastrophenfall sind Pioniere - hier beim Üben in der Ausbildung - zur Stelle und greifen der Bevölkerung tatkräftig unter die Arme.

Wo soll ich arbeiten?

Pioniere gibt es in Villach, im salzburgerischen Wals/Siezenheim und im niederösterreichischen Melk. Seien Sie flexibel! Oft ist der Job, für den Ihr Herz schlägt, nicht vor der Haustüre. Doch Sie werden sehen, es lohnt sich.

Und wenn Sie einmal noch weiter weg wollen: Das Bundesheer bietet Ihnen regelmäßig die Möglichkeit, Einsätze im Ausland zu absolvieren. So ist etwa das Pionierbataillon 1, die „Villacher Pioniere“, neben seiner Expertise im Brückenbau zuständig für die Ausbildung von Einheiten für Auslandseinsätze sowie die Teilnahme an Maßnahmen der Friedenssicherung in anderen Ländern. Beliebt bei künftigen Auslandsgehern sind auch die sogenannten Kaderpräsenzeinheiten der Pioniere – als Berufssoldatin oder -soldat verpflichten Sie sich hier für mindestens drei Jahre Dienst beim Bundesheer.

Sind Sie gerne in den Bergen und haben Interesse am Seilbahn- oder Feldlagerbau? Dann ist Wals/Siezenheim der richtige Ort für Sie. Das Pionierbataillon 2, auch die "Salzburger Pioniere" genannt, ist Teil des Kommando Gebirgskampf. Hier gibt es zwei einzigartige Materialseilbahnen sowie das Feldlagersystem „COLPRO“ mit seiner hochmodernen Infrastruktur inklusive Küchensystem und Müllverbrennungsanlage auf Containerbasis. Da die Pioniere zwar über ganz Österreich verstreut sind, aber regelmäßig zusammenarbeiten, werden Sie auch in Villach, wo der sogenannte Feldlagerbauzug zuhause ist, immer wieder mit diesem innovativen System in Berührung kommen.

Die als "Melker Pioniere" bekannten Soldatinnen und Soldaten des Pionierbataillon 3 sind neben ihrer Wasserkompetenz auf humanitäre Einsätze spezialisiert. Durch ihre Nähe zum Donauraum sind sie im Hochwassereinsatz besonders geübt und erfahren.

Pioniere im Boot Alle Pionierbataillone sind auch im Arbeiten auf Wasser bestens geschult und mit Sturmbooten ausgerüstet.

Der Weg zum Pionier

Was, wenn Sie sich nun entschieden haben, „zu den Pionieren zu gehen“? Männer und Frauen, die Pioniere werden wollen, müssen zunächst einmal, wie alle anderen auch, die soldatische Grundausbildung absolvieren. Diese besteht aus den Themenbereichen allgemeiner Gefechtsdienst, Waffen- und Schießdienst, Sport, Exerzierdienst sowie Selbst- und Kameradenhilfe.

Auf diese Grundausbildung folgt die eigentliche Ausbildung zum Pionier. Nun lernen Sie alle Grundfertigkeiten, die Sie in Ihrem künftigen Beruf benötigen werden: das Errichten von Behelfsbrücken, Sperren und Furten, das Überwinden von Sperren, den Spreng- und Minendienst, das Räumen von Minensperren, den Stellungsausbau und Wegebau, das Retten von Menschen, das Bergen von Fahrzeugen und Gütern, den Wasserfahrdienst, das Handhaben von Pioniergeräten und technischen Hilfsmitteln sowie das Instandhalten, Pflegen und Warten von Pioniergeräten. Haben Sie dieses Schulungsprogramm mit all seinen Teilbereichen durchlaufen, so können Sie loslegen.

Pionier zu werden sei gut überlegt. Die Ausbildung ist fordernd, Pioniersoldatinnen und
-soldaten sollten geschickt sein, eine gute körperliche Verfassung und technisches Verständnis mitbringen – schließlich wird im Einsatz mit hochmodernen technischen Hilfsmitteln gearbeitet. Der Weg mag steinig sein – aber wer, wenn nicht ein angehender Pionier, sollte diese aus dem Weg räumen können? Dafür bekommen Sie auch jede Menge zurück: Oft werden Sie diejenigen sein, die der Bevölkerung in Situationen helfen können, in denen dies sonst niemand mehr vermag.

Kontakt

Für alle Fragen rund um den Einstieg und die Bewerbung bei einem Pionierbataillon, wenden Sie sich bitte an die Soldatinnen und Soldaten der Wehrdienstberatung.